Meine Rettungsweste im Flugzeug

Darf ich mit meiner automatischen Rettungsweste ein Flugzeug besteigen?

 

Kristallklares Wasser, 30 Grad im Schatten, wer träumt nicht davon dort mit dem Boot zu ankern? Beliebte Charterziele liegen häufig einige Flugstunden entfernt im Ausland. Dort gelten zumeist andere Vorschriften bezüglich der Sicherheitsausrüstung als in Deutschland. In welchem Zustand sich die Rettungsmittel befinden und welche Rettungsmittel überhaupt an Bord sind, sind Fragen, die man sich vor Beginn des Törns stellen sollte. Eine Anfrage bei den Vercharterern kann da Klarheit bringen. Aber wie der tatsächliche Zustand der Ausrüstung ist findet man erst vor Ort heraus.

Gerne haben wir da für unsere persönliche Sicherheit die eigene automatische Rettungsweste dabei, die sitzt bequem, ist von uns immer pfleglich behandelt worden und ist regelmäßig gewartet worden. Da haben wir Vertrauen.

Aber wie ist es nun mit der Rettungsweste im Flugzeug? Gibt es ein Gesetz, das die Mitnahme verbietet? Gibt es ein Gesetz, nach dem die Fluggesellschaften die Mitnahme nicht verweigern dürfen? Die Rettungswesten im Flugzeug sind doch ebenfalls mit Druckpatronen ausgestattet.

Ein Mitführen der Rettungsweste ohne die Druckpatrone ist unproblematisch.

Die CO2 Druckpatrone hingegen gilt als gefährliches Gut.

In den IATA Gefahrgutvorschriften ist geregelt ob und in welchem Umfang eine CO2 Patrone mitgeführt werden darf. Darin heißt es:

Gaskartuschen klein, mit nicht entzündlichem Gas für den Einsatz in einem selbstaufblasenden Rettungsmittel dürfen mitgeführt werden. pro Person darf ein selbstaufblasendes Rettungsmittel und zwei kleine Ersatzkartuschen mitgenommen werden. Diese sind im aufgegebenen Gepäck erlaubt, ebenso wie auch im Handgepäck. Die Genehmigung des Luftfahrtunternehmens ist erforderlich.

Es gibt also kein Gesetz, das die Mitnahme verbietet. Die Entscheidung, ob und wie die Rettungsweste in Kombination mit der CO2 Patrone mit uns mitfliegen darf liegt schlussendlich bei dem jeweiligen Luftfahrtunternehmen und als allerletztes beim Flugkapitän. Er hat das Hausrecht im Flugzeug und wenn gerade in Zeiten mit erhöhter Terrorgefahr sich die Sicherheitslage verschlechtert oder er sonstige Gründe hat, die gegen die Mitnahme sprechen, kann er auch trotz vorheriger Genehmigung durch das Luftfahrtunternehmen die Beförderung der Patrone untersagen.

Je nach Fluggesellschaft variieren die Bestimmungen für die Mitnahme der Rettungsmittel. Ob die Patrone nur herausgeschraubt, im Handgepäck oder nur im aufzugebenden Gepäck mitgeführt werden darf oder ob selbstaufblasende Rettungsmittel grundsätzlich nicht transportiert werden hängt von den jeweiligen Unternehmensbestimmungen ab.

Unsere Empfehlung für Sie: Informieren Sie sich am besten bereits vor der Buchung ob die Bestimmungen der jeweiligen Flugunternehmen die Mitnahme von CO2 Patronen erlauben und welche Kriterien dafür erfüllt sein müssen.

Lassen Sie sich die Erlaubnis schriftlich bestätigen.

Wir empfehlen Ihnen ebenfalls den IATA Auszug der Gefahrgutvorschriften für das Check-in mitzunehmen.

Aus vielen Erfahrungsberichten wissen wir, dass die Mitnahme der eigenen Rettungsweste trotz Anmeldung und bestätigter Mitnahmeerlaubnis nicht immer reibungslos funktioniert. In den meisten Fällen dauert es beim Check-in deutlich länger, da das Bodenpersonal nicht immer entsprechend informiert ist.

Vor der Gepäckaufgabe sollte die CO2 Patrone herausgedreht und zusammen mit der Rettungsweste obenauf abgelegt werden. Im schlimmsten Falle wird die Patrone vom Bodenpersonal aus dem Koffer herausgenommen und einbehalten.

Ob man die Kosten für die Wiederbeschaffung einer Patrone gegenüber der Fluggesellschaft geltend machen kann muss im Einzelfall geprüft werden.