Allmählichkeitsschäden

Allmäh­lichkeitss­chä­den – ein Ver­sicherungs­be­griff der im Schadens­fall darüber entschei­den soll, ob ein Schaden bezahlt wird oder nicht.

Grund­sät­zlich beste­ht für pri­vat genutzte Wasser­sport­fahrzeuge in Deutsch­land — anders als etwa in Ital­ien oder Kroa­t­ien — keine Pflicht zum Abschluss ein­er Haftpflichtver­sicherung.

Es gilt dabei jedoch — wie in jed­er Lebenslage auch — für das pri­vate Nutzen von Wasser­sport­fahrzeu­gen der Grund­satz, dass jemand, der einem anderen einen Schaden zufügt, dem Geschädigten unter den Voraus­set­zun­gen des § 823 BGB zum Ersatz des daraus ent­stande­nen Schadens verpflichtet ist.

Warum also sowohl der Abschluss ein­er Haftpflichtver­sicherung, als auch ein­er Kaskover­sicherung auf jeden Fall zu empfehlen ist, haben wir bere­its in unserem Blog Artikel „Ver­sicherung – Pflicht für dein Boot?“ vom 20.04.2018 näher beschrieben.

In den Ver­sicherungspo­li­cen zu solchen Ver­sicherun­gen lassen sich viele Ver­trags­be­din­gun­gen auffind­en, auf die es im Schadens­fall ankommt. Ins­beson­dere Allmäh­lichkeitss­chä­den lassen sich zu diesen hinzuzählen und fall­en beim Blick in die Ver­sicherungspo­lice eventuell in dem Kleinge­druck­ten auf.

Allmäh­lichkeitss­chä­den

Bei Allmäh­lichkeitss­chä­den han­delt es sich um einen Begriff aus dem Bere­ich des Ver­sicherungsrechts. Ein solch­er Allmäh­lichkeitss­chaden entste­ht schle­ichend und bleibt in der Regel zunächst unbe­merkt. Zwis­chen der Ursache und dem Ein­tritt des Schadens beste­ht oft­mals eine län­gere Zeitspanne. Darunter sind somit Schä­den zu ver­ste­hen, die durch allmäh­liche Ein­wirkung etwa von Tem­per­atur, Feuchtigkeit und Wit­terungs­be­din­gun­gen auftreten.

Allmäh­lichkeitss­chä­den gal­ten bis zu den All­ge­meinen Haf­tungs­be­din­gun­gen (AHB) 2002 noch als Auss­chluss der Ver­sicherungsleis­tung. Erst seit den All­ge­meinen Haf­tungs­be­din­gun­gen (AHB) 2008 beste­ht ein der­ar­tiger Auss­chluss in den meis­ten Fällen nicht mehr. Dies kann bei den unter­schiedlichen Ver­sicherungspo­li­cen jedoch abwe­ichen.

Es gilt daher — wie so oft bei Ver­sicherun­gen — bei alten Haftpflicht­po­li­cen einen Blick in die Ver­sicherungs­be­din­gun­gen zu wer­fen und im Zweifel einen Wech­sel zu aktuelleren Ver­sicherungskon­di­tio­nen durchzuführen.

Es hängt den­noch von der abgeschlosse­nen Ver­sicherung und dem Ver­sicher­er ab, welche Schä­den erset­zt wer­den und ob Allmäh­lichkeitss­chä­den im Einzel­nen von der Ver­sicherung erset­zt wer­den.

Es kann daher rat­sam sein den Ver­sicherungss­chutz bezüglich solch­er Allmäh­lichkeitss­chä­den zu über­prüfen und gegebe­nen­falls zu ergänzen. Dies sollte zumin­d­est gegen einen Auf­schlag der Ver­sicherung­sprämie möglich sein. Dem Gegenüber kön­nen ger­ade durch Allmäh­lichkeitss­chä­den, die naturgemäß häu­fig lange Zeit unent­deckt bleiben, hohe Kosten entste­hen. Dies ist ger­ade bei teuren Yacht­en und Schif­f­en, die der Wit­terung und dem Meer­wass­er aus­ge­set­zt sind, ein häu­figer und im Schaden­sein­tritt ärg­er­lich­er Fall. Eine Kostenüber­nahme durch die Ver­sicherung ist hier­bei dann beson­ders wichtig.

Im Einzelfall kann die Abgren­zung zwis­chen einem konkreten Schaden­sein­tritt und ein­er Ursache die über einen län­geren Zeitraum für den Schaden an Booten oder anderen Wasser­sport­fahrzeu­gen geführt hat schwierig sein und eine Ver­sicherungsleis­tung zunächst durch den Ver­sicher­er abgelehnt wer­den. Eine Über­prü­fung und Auseinan­der­set­zung mit dem Ver­sicher­er ist in diesem Fall dann beson­ders rat­sam.

Wir ste­hen Ihnen bei allen Fra­gen rund um das The­ma Yachtver­sicherun­gen und in Schadens­fällen zur Seite – kon­tak­tieren Sie uns gerne.