Fall “Amicitia”: Stellte der Mastbruch fahrlässige Tötung dar?

Fall “Amicitia”: Stellte der Mastbruch fahrlässige Tötung dar?

Im August 2016 kommt es auf dem Ijs­selmeer in einem nieder­ländis­chen Hafen zu einem tödlichen Unfall. Als das Schiff in den Hafen ein­läuft, bricht der Mast, drei deutsche Touris­ten ster­ben. Später stellt sich die Ursache her­aus: der Mast war zu 3/4 ver­rot­tet. Unter der zum Schutz ange­bracht­en Edel­stahlplat­te hat­te sich Wass­er gesam­melt, welch­es nicht ablaufen kon­nte und somit die Ver­rot­tung inner­halb weniger Jahre vorantrieb. Der Skip­per an Bord war gle­ichzeit­ig Eign­er der “Amici­tia”. Das 24 Meter lange Schiff wurde 1889 als Fracht­segler gebaut, heute wird es verchartert.Der Richter sah die Schuld vor allem bei den Prüfin­stanzen. So wur­den erforder­liche Über­prü­fun­gen nicht streng genug vorgenom­men. Die Staat­san­waltschaft fordert trotz­dem eine Strafe: der Eign­er hätte selb­st erken­nen kön­nen, dass die Prü­fun­gen nicht vernün­ftig durchge­führt wur­den, um dann entsprechend zu han­deln. Laut dem Richter hätte ein sorgfältigeres Han­deln den Mast­bruch aber nicht ver­hin­dern kön­nen. Es fol­gte der Freis­pruch.