Keine Schwimmwesten an Bord — Fahrlässige Tötung?

Nach­dem ein Schiffs­führer im Novem­ber 2008 vier Fis­ch­er mit an Bord genom­men hat, gerät das Schiff in einen Herb­st­sturm. Dabei läuft das Schiff voll Wass­er, es sind wed­er eine Ret­tungsin­sel noch Schwimmwest­en an Bord.  Die Crew kann jedoch stark unterkühlt gebor­gen wer­den. Ein­er der Angler stirbt später im Kranken­haus.

Der Schiffs­führer wird 2012 vom Amts­gericht Wol­gast wegen fahrläs­siger Tötung und Kör­per­ver­let­zung zu ein­er Geld­strafe verurteilt.

Dem Schiffs­führer wird vor allem vorge­wor­fen, dass er sich nicht vor­bere­i­t­end auf den Törn über die Wet­ter­lage informiert hat. Obwohl es geset­zlich nicht vorgeschrieben ist, stuft das Gericht auch das Fehlen der Schwimmwest­en als fahrläs­sig ein.  Ist dies rechtlich über­haupt möglich?

Fahrläs­sig han­delt, wer die im Verkehr erforder­liche Sorgfalt außer Acht lässt.

Vor­liegend fällt also das An-Bord-haben von Ret­tungswest­en unter die erforder­liche Sorgfalt. Einen Schiffs­führer trifft vorallem die all­ge­meine Sorgfalt­spflicht, er ist somit auch für die Sicher­heit an Bord zuständig. Ger­ade zu käl­teren Jahreszeit­en und extremen Wet­terbe­din­gun­gen emp­fiehlt es sich also Ret­tungswest­en an Bord zu haben und somit eben nicht  die “erforder­liche Sorgfalt” außer Acht zu lassen