Osmose als Mangel beim Gebrauchtbootkauf

Schleswig-Hol­steinis­ches OLG, Beschluss vom 23.03.2018, Az 17 U 84/ 17  (Vorin­stanz: LG Flens­burg, Urteil vom 7.12.2017, Az 3 O 244/ 17)

Brink & Part­ner

Ein Osmosebefall kann einen Sachmangel beim Gebrauchtbootkauf darstellen, auch wenn dies nicht gesondert vertraglich geregelt ist.

 

Osmosebefall muss auch bei älteren Yachten nicht hingenommen werden.

 

Unwirksamer Gewährleistungsausschluss: “gekauft wie gesehen” schließt eine Haftung für Umstände unter der Wasserlinie nicht aus, wenn das Schiff zur Besichtigung durch den Käufer nicht aus dem Wasser geholt wurde.

 

Das Schleswig-hol­steinis­che Ober­lan­des­gericht hat in dieser Entschei­dung einige inter­es­sante Fest­stel­lun­gen getrof­fen.

Der Käufer ein­er älteren Yacht stellte nach dem Kauf während des ersten Win­ter­lagers einen erhe­blichen Osmose­be­fall seines Schiffes fest. In dem sich anschließen­den Rechtsstre­it mit dem Verkäufer berief sich dieser auf den ver­traglich vere­in­barten Gewährleis­tungsauss­chluss. Dort hieß es: “gekauft wie gese­hen”. Der Käufer hat­te allerd­ings vor dem Kauf keine Gele­gen­heit das Unter­wasser­schiff des Schiffes zu besichti­gen, da die Yacht stets im Wass­er lag. Das Gericht ließ diesen Gewährleis­tungsauss­chluss insoweit nicht gel­ten, als das der Käufer vom Zus­tand des Unter­wasser­schiffes keine Ken­nt­nisse hätte nehmen kön­nen, da er dies nicht besichti­gen kon­nte. Für den Osmoseschaden sprach das Gericht dem Käufer seine vollen Gewährleis­tungsansprüche gegen den Verkäufer zu.