Sturmschäden — vorhersehbar und vermeidbar?

Der Orkan “Kyrill” , wütete im Jahr 2007 in Europa. Am 16. Jan­u­ar 2007 wur­den erste Sturmwar­nun­gen veröf­fentlich, Kyrill erre­ichte Mit­teleu­ropa am 18. Jan­u­ar 2007. Der Sturm war ein­er der stärk­sten der let­zten zwanzig Jahre. Alleine in Deutsch­land kam die Ver­sicherungswirtschaft auf über 2,3 Mil­lio­nen Schadens­meldun­gen und auf Schaden­szahlun­gen von 2,4 Mrd. Euro.

Über einen Schadens­fall hat­te das Ober­lan­des­gericht Köln zu entschei­den.

In einem Sport­boothafen brach die Vor­leine eines Schiffes, dieses trieb daraufhin gegen das Nach­barss­chiff. Der Eign­er des Nach­barschiffes erhebt Klage. Seines Eracht­ens nach war das Schiff nicht den Sturmwar­nun­gen entsprechend gesichert. Der Schaden sei also durch den Eign­er des schädi­gen­den Schiffes veschuldet wor­den.

Das OLG Köln (30.07.2010 — 3 U 44/09 ) entschied anders:

Zwar bestand ein Anscheins­be­weis dahinge­hend, dass das schädi­gende Schiff nicht aus­re­ichend gesichert war, sodass ein schuld­hafter Ver­stoß gegen die Rhein­schif­fahrt­spolizeiverord­nung vor­lag.

Allerd­ings kon­nte durch den Beklagten nachgewiesen wer­den, dass ihn in Bezug auf die Befes­ti­gung des Schiff kein Ver­schulden traf.

Fraglich war vor allem, ob und inwieweit der Sturm vorherse­hbar war.

Nach dem OLG Köln, war zwar angesichts der Sturmwar­nun­gen eine beson­dere Sicherung des Schiffes notwendig. Der Beklagte musste aber nicht damit rech­nen, dass eine der ord­nungs­gemäß aus­ge­bracht­en Leinen brach. Der Sturm hat­te eine so ungewöhn­liche Stärke, dass nicht mit den Auswirkun­gen zu rech­nen war.