Unfall bei der Prüfung — Wer haftet?

Einem Prüfling misslingt während der Sport­boot­führerschein-Prü­fung das Anlege­manöver. Er fährt auf den Steg auf, es entste­hen Män­gel am Schiff. Der Eign­er verk­lagt den Prüfling nun auf Schadenser­satz. Das Ober­lan­des­gericht Hamm (08.05.2008 — I-27 U 145/07) entschei­det wie fol­gt: Auch wenn der Prüfling während der gesamten prak­tis­chen Prü­fung das Rud­er und den Befehl innehat, ist er nicht als Skip­per zu klas­si­fizieren. Schiffs­führer bleibt trotz­dem der Aus­bilder. So obliegt es immer noch dem Aus­bilder im Zweifels­fall einzu­greifen und entsprechende Befehle zu geben. Der Prüfling haftet also nicht für die ent­stande­nen Schä­den.

Auch hier ist wieder eine Par­al­lele zum Verkehrsrecht zu ziehen. Eine Sport­boot­prü­fung ist ähn­lich wie die Führerschein­prü­fung aufge­baut. Neben Prüfling und Prüfer ist also stets ein “Fahrlehrer” an Bord, welch­er in bren­zli­gen Sit­u­a­tio­nen einzu­greifen hat.