Versicherungsschutz bei Regen im Winterlager?

Das Schiff im Freien über­win­tern zu lassen, ist keine Sel­tenheit. Viele Schiff­seign­er entschei­den sich für diese Vari­ante. Eine vernün­ftige Plane oder ein Gerüst sowie ein sorgfältiges Ein­win­tern schützen  gewöhn­lich aus­re­ichend vor Wind und Wet­ter. So plante auch der Schiff­seign­er aus dem fol­gen­den Urteil.

Allerd­ings lief in dieser Win­ter­sai­son etwas schief. Laub ver­stopfe Abflüsse in der Plicht und über einige Umwege sam­melte sich das Regen­wass­er im gesamten Schiff. Im darauf­fol­gen­den Herb­st muss fest­gestellt wer­den: Der Schaden beläuft sich nicht nur auf einen gerin­gen Feuchtigkeitss­chaden und Lack­ier­ar­beit­en. Durch das Gewicht der Wasser­massen wur­den die Wrangen und die Sta­tik des Schiffes über­lastet, zudem sind schwere Lam­i­natss­chä­den die Folge. Der Schaden über­steigt den Wert des Schiffes um einen Drit­tel.

Nun kommt die Ver­sicherung ins Spiel. Denn im Kleinge­druck­tem ste­ht: von Regen verur­sachte Schä­den sind nicht gedeckt. Die Ver­sicherung lehnt eine Kostenüber­nahme ab. Nach dem Scheit­ern ein­er außerg­erichtlichen Eini­gung, fol­gt ein Scheit­ern vor dem Lübeck­er Landgericht. Das Gericht ver­weist auf den Deck­ungsauss­chluss. Dass der Regen vor­liegend nur mit­tel­bare Ursache des Schadens ist, ist laut Gericht hier nicht rel­e­vant. Auch das AGB-Recht hil­ft dem Kläger dies­mal nicht. Laut Richter war es dem Kläger vor­wiegend möglich, durch eine sorgfältigere Abdeck­ung des Schiffes den Schaden zu ver­mei­den.

Ein weit­er­er Fall, der zeigt wie schnell der Stre­it mit der Ver­sicherung aufkom­men kann. Wieder ein­mal kön­nen wir nur ans Herz leg­en, bei Ver­tragsab­schluss genau zu lesen und ggf. rechtliche Beratung hinzuzuziehen. Wir ken­nen uns mit­tler­weile gut aus — benöti­gen Sie Hil­fe beim Stre­it mit Ihrer Ver­sicherung, kon­tak­tieren Sie uns gerne!